SAP aATP: Verlässlich liefern auch bei Engpässen
Schwankende Nachfrage, knappe Rohstoffe und überlastete Logistikketten: Wenn bestätigte Liefertermine plötzlich kippen, beginnt im Hintergrund das Krisenmanagement. Oft versinkt das Team dann in manuellen Abstimmungen und mühsamen Priorisierungen. Das kostet nicht nur wertvolle Zeit und Geld, sondern am Ende vor allem das Vertrauen Ihrer Kund:innen.
Doch was wäre, wenn Aufträge von Anfang an realistisch, fair und transparent bestätigt würden selbst unter Druck?
SAP aATP (advanced Available-to-Promise) transformiert die klassische Verfügbarkeitsprüfung in eine dynamische Zuteilungslogik. Durch die Integration von Priorisierungsregeln, automatisierten Substitutionen und gezielten Schutzmechanismen werden Lieferzusagen auch bei volatiler Warenverfügbarkeit belastbar.
In diesem Beitrag analysieren wir die Kernkomponenten – Kontingentierung (PAL), Alternativenbasierte Bestätigung (ABC), Verfügbarkeitsschutz (SUP) sowie die Geschäftsprozessterminierung (BPS). Wir zeigen auf, wie diese Bausteine kombiniert werden, um die Lieferfähigkeit systemseitig zu stabilisieren und manuelle Fehlsteuerungen zu eliminieren.
Wie funktioniert aATP und welche Bausteine sind die richtige Wahl?
SAP aATP (erweitertes Available-to-Promise, 1JW) ergänzt den Standard um flexible Zuteilungslogiken sowie intelligente Priorisierungs-, Substitutions- und Schutzmechanismen. So bleiben Lieferzusagen selbst bei Engpässen belastbar.
Diese Funktionen sorgen dafür, dass Sie auch bei knappen Ressourcen handlungsfähig bleiben und Zusagen gegenüber Ihren Kunden auf einer realistischen Datenbasis treffen.
Die technischen Säulen der systemseitigen Zuteilung
Die Architektur von aATP basiert auf spezialisierten Back-End-Algorithmen, die eine präzise Steuerung der Supply Chain ermöglichen:
- Business Process Scheduling (BPS): Im Gegensatz zur klassischen Terminierung nutzt BPS eine konfigurierbare Terminierungs-Engine. Sie ermöglicht die Abbildung komplexer logistischer Ketten unter Berücksichtigung von Kalenderressourcen, Ladegruppen und Transportzeiten. . Pull-Optimierung schließt unnötige Lücken.
- Product Allocation (PAL): PAL fungiert als Kapazitäts- und Mengenkontrollinstanz. Sie ermöglicht es, granulare Kontingente auf Basis von Kundenhierarchien, Verkaufsorg-Strukturen oder Materialgruppen zu definieren, um den „First-Come-First-Served“-Effekt bei knappen Ressourcen zu unterbinden.
- Supply Protection (SUP): Diese Komponente dient dem Bestandsschutz. Durch horizontale oder vertikale Schutzlogiken wird sichergestellt, dass Bestände für strategische Segmente (z. B. vertraglich zugesicherte Mengen) reserviert bleiben und nicht durch ungeplante Spot-Aufträge verzehrt werden.
- Alternative-Based Confirmation (ABC): ABC ist die Substitutions-Engine. Sie evaluiert automatisch Ersatzwerke, Ersatzprodukte oder alternative Bezugsquellen, um die Bestätigungsrate ohne manuellen Eingriff zu maximieren, wenn die Primärlösung nicht verfügbar ist
Operativ priorisieren
- Freigabe zur Lieferung: In Peak-Phasen werden Aufträge gezielt priorisiert, Mengen umverteilt oder positionenweise geschützt, so geht kritische Ware zuerst an die richtigen Kund:innen.
Anwendungsfall: Launchprodukt mit knappen Mengen
Ein neues Kernprodukt geht live, Nachfrage übertrifft die Prognose:
1. PAL limitiert die wöchentliche Ausliefermenge pro Region; keine Überbuchung, planbare Wellen.
2. SUP reserviert einen Teil des Bestands für Premium-Kund:innen und den margenstarken Online-Kanal.
3. ABC schlägt alternative Werke oder kompatible Ersatzprodukte vor, wenn das Primärwerk leerläuft.
4. BPS berechnet belastbare Liefertermine über Länder- und Zeitzonen hinweg.
5. Freigabe zur Lieferung priorisiert SLA-kritische Aufträge in der Hochphase.
Ergebnis: Verlässliche Zusagen, faire Verteilung, minimale Stornos bei maximaler Transparenz.
Bausteine smart kombinieren: Hohe Anpassbarkeit für Ihr Unternehmen
- Regelbasierte Steuerung: Definieren Sie, wer wann wie viel bekommt nach Priorität, Zeitraum, Kanal oder Kundengruppe.
- Dynamische Alternativen: Halten Sie Lieferfähigkeit durch Werksswitch, Produktsubstitution oder Drittbezug aufrecht.
- Realistische Termine: Vermeiden Sie Puffer und „Wunschdaten“ setzen Sie auf nachvollziehbare, kalenderbasierte Terminierung.
- Transparenz & Nachvollziehbarkeit: Entscheidungen sind auditierbar warum, wann und wie bestätigt wurde, bleibt sichtbar.
Bereit für verlässliche Lieferzusagen?
Wir analysieren Ihre Prozesse, definieren Schutz- und Priorisierungslogiken, modellieren Kontingente und Alternativen und sorgen für transparente, belastbare Lieferzusagen mit aATP.
Lassen Sie uns offen darüber sprechen, wie wir Ihre Lieferketten gemeinsam belastbarer machen können.
Mehr zum Thema Cloud ERP, Wachstum, Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Passt S/4HANA Cloud überhaupt zu meinem Unternehmen?

SAP Situation Handling: Krisen verhindern, bevor sie entstehen!
